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Sofortmaßnahmen

Beim Heizwärmeverbrauch handelt es sich ausschließlich um den Ersatz von Wärmeverlusten des Gebäudes durch nachgespeiste Heizwärme: Einige dieser Verluste lassen sich einfach, schnell und billig reduzieren. Heizung ist übrigens für die meisten Haushalte1) der bei weitem überwiegende Energieverbrauch und für den Gesamtverbrauch in Deutschland hochrelevant. Beim Erdgas ist der Heizwärmeanteil noch weitaus bedeutender.

Auch beim Warmwasserbedarf sind meist mehr als die Hälfte durch Leitungs- und Speicherverluste bedingt2). Auch das lässt sich oft einfach, schnell und billig reduzieren. Aber auch die Reduktion unnötig hoher Wassermengen z.B. beim Duschen vermindern die Qualität der Dienstleistung nicht unbedingt.

Leitungsdämmung

In Deutschland wird seit langem ein Mindestmaß an Rohrleitungsdämmung gesetzlich gefordert. Leider ist die Anforderung schon von jeher zu gering, vor allem aber bleibt die praktische Ausführung häufig weit hinter den Zielwerten zurück. Zu den Gründen dafür und Hinweise, wie das relativ leicht verbessert werden kann wird in unserem Artikel "Schwachstellen von Wärme führenden Leitungen nachdämmen" gezeigt.

Wärmeführende Leitungen im Heizraum
sind oft nicht überall gedämmt:
das lässt sich leicht nachholen.
Im Bild links ist die vertikale
(Entlüftungs-)Leitung ungedämmt,
wohl weil da „normalerweise“
kein Medium durchfließt. Die
Leitung leitet aber Wärme weiter,
wie im Thermographiebild (rechts)
gut erkennbar.

Sommerheizung vermeiden

Eigentlich ist das verrückt: Aber in unseren Messkampagnen mussten wir immer wieder feststellen, dass gar nicht so wenige Heizsysteme auch im Sommer ständig betriebsbereit sind und oft sogar (auf Grund einer Außentemperatursteuerung) in Betrieb gehen; die Nutzer merken das oft gar nicht, weil ja die Fenster „sowieso“ offen stehen und ein „lauwarmer“ Heizkörper nicht auffällt. Was tun?

  • Zunächst einmal prüfen, ob der Wärmeerzeuger evtl. wg. einer angeschlossenen Warmwasserbereitung in Betrieb bleiben muss. Ist kein Warmwasser zu erzeugen, dann ist die beste Lösung, z.B. ab dem 1. Mai den Wärmeerzeuger komplett abzuschalten - das spart dann auch Bereitschaftsverluste. In aller Regel wird es in Deutschland bis Mitte September nur in wenigen hochgelegenen Gegenden so kalt, dass eine Raumheizung erforderlich würde. Und wenn - der Kessel lässt sich innerhalb weniger Stunden wieder in Betrieb nehmen. Kessel müssen für eine solche Abschaltung ausgelegt sein, da das auch in Form von Stromausfällen jederzeit passieren kann.
  • Wird Warmwasser mit erzeugt, so gibt es meist einen Schalter für „Sommerbetrieb“, der dann umgelegt werden kann und sollte. Fehlt auch der, dann hilft eine Abschaltung der Heizungspumpe - zwar geht der Kessel dann evtl. manchmal kurz in Betrieb, schaltet dann aber gleich wieder ab.
  • Am besten ist es natürlich, wenn dieser Sommerbetrieb künftig automatisch (z.B. mit einer Jahres-Zeitschaltuhr - das gibt es inzwischen in vielen Varianten, sogar mit WLAN-Anbindung ) erfolgt. Dann ermöglicht das eine dauerhafte Einsparung von Geld (und von CO2). „Lohnen“ wird sich das fast immer.
  • Bei kombinierter Heizungs-/Warmwassererzeugung und genügend langer Restlebensdauer eines Heizkessels ist der Umbau der Warmwasserbereitung auf eine Warmwasser-Wärmepumpe eine Überlegung wert. Diese Geräte erzeugen das Warmwasser umweltfreundlicher; die Trennung macht eine spätere Umstellung auch der Heizung auf Wärmepumpen einfacher (weil dafür dann das Temperaturniveau geringer ist). Auch eine eventuell völlig neuartige Lösung der Heizaufgabe ist dann noch einfacher (siehe z.B. hier: "Heizen mit einem Split-Klimagerät?"

Duschköpfe

Wassersparduschkopf Der Warmwasserbedarf beträgt durchschnittlich so um 10% des Energieverbrauchs der Haushalte, viel davon sind Verluste (siehe Abschnitt „Leitungsdämmung“). Es lohnt es sich trotzdem, Maßnahmen zur Einsparung beim Warmwasser zu ergreifen.
Dabei stehen Wasserspar-Duschköpfe im Vordergrund. Die sind leicht zu bekommen und ebenso leicht auszutauschen.

Dämmung von Heizkörpernischen

Eine weitere, oft in Selbsthilfe durchführbare Maßnahme mit einem (eher bescheidenem, aber nicht unbedeutendem) Einspareffekt ist die Wärmedämmung der Heizkörpernische.

Solche „Minimaldämmmaßnahmen“ mit wenigen mm bis cm Dämmdicke sind hinter in Betrieb befindlichen Heizkörpern unkritisch - sie empfehlen sich aber leider nicht an anderen Stellen der Außenwände oder Decken oder Dächern: Einmal, weil die Dämmstärken dafür völlig unzureichend sind - zum anderen, wichtiger, weil es sich dabei um Innendämmung handelt, die zwar durchaus möglich und empfehlenswert sein kann, jedoch gewisse Kenntnisse, gute Planung und Sorgfalt bei der Ausführung benötigt - vgl. unsere Seiten zur Innendämmung.

Weitergehende Wärmeschutzmaßnahmen

Sehr viel mehr bringen geplante und sorgfältige ausgeführte Wärmeschutzmaßnahmen, immer am besten auf den Außenseiten der Bauteile.

Ein leider immer noch sehr weit verbreiteter Irrtum ist, dass Wärmeschutz auf dem „Dichtmachen“ der Bauteile gegen Luftströmung beruht3). Dabei wird auch in unseren Altbauten nur ein kleiner Teil der Wärmeverluste durch Kaltlufteinfall bewirkt - der bei weitem überwiegende Verlust kommt durch die Weiterleitung der Wärme von Atom zu Atom in den Wänden und anderen Hüllflächenbauteilen zustande - dabei strömt keine Luft; diesen Verlust durch Wärmeleitung, den können wir durch Wärmedämmung (sprichwörtlich den dicken Pullover um das Haus) sehr stark verringern.

Nachträglicher Wärmeschutz an Bauteilen von bestehenden Gebäuden bringt eine ganze Menge und hat eine Reihe von Vorteilen:

  • Die Wärmeverluste verringern sich und dadurch sowohl die Heizleistung als auch der Jahresverbrauch
  • Zugleich werden im Winter die Temperaturen an der Innenoberfläche des Bauteils angehoben. Das hat gleich zwei bedeutende Vorteile: - die Behaglichkeit verbessert sich und - die Neigung zu feuchten Oberflächen wird stark verringert.
  • Gibt es noch eine alte Heizung mit Gas oder Öl - dann wird ganz direkt weniger von diesem Brennstoff verbraucht
  • Wegen der geringeren Heizlast reduziert sich auch die erforderliche Vorlauftemperatur der Heizung. Das lässt den Wirkungsgrad des Heizsystems steigen - besonders bedeutend ist das bei Wärmepumpe-Heizungen; da hängt die „Jahresarbeitszahl“ genannte Effizienz stark von der erforderlichen Temperatur ab.
  • Wird eine neue Heizanlage eingebaut, so kann diese wegen der geringeren Heizlast kleiner (und damit kostengünstiger) werden. Auch das ist bei Wärmepumpen besonders ausgeprägt.
  • Sollte Energie zum Heizen einmal wirklich knapp oder sehr teuer werden, so ist bei besserem Wärmschutz die Möglichkeit zu sparsamerem Verhalten sogar deutlich verbessert. Und, im extremsten Fall, auch ganz ohne Heizung bleibt es länger warm und es wird (wegen der inneren Wärmequellen) auch bei längerem Ausfall nicht ganz so extrem kalt.

Hier ein Link zu den grundlegenden Kenntnissen dazu: Wärmeschutz aber richtig. Dieser Beitrag erklärt auch, warum wir beim Thema „Sofortmaßnahmen bei bestehenden Gebäuden“ nicht etwa z.B. zum „Abdichten von Fenstern“ raten: Das bringt nämlich gar nicht viel, weil der größte Teil der Wärmeverluste ohne Luftströmung durch die Scheiben geht - wichtiger aber: Es birgt gerade in Altbauten Gefahren. Denn, dort gibt es ja sonst keinen gesicherter Luftersatz, der aber wichtig für die Gesundheit der Menschen ist.

Stromsparen

Stromsparen ist heute vielfach nicht im Fokus, obwohl sich gerade hier wg. der hohen Strompreise beachtliche Kosteneinsparungen erreichen lassen. Geräte mit weit besserer Effizienz sind am Markt verfügbar - und zumindest bei jeder Ohnehin-Ersatzanschaffung lohnt es sich meist ganz besonders, das sparsamere Gerät zu wählen, auch wenn es evtl. eine etwas höhere Investition erfordert.

Eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen stehen zur Verfügung, um den Strombedarf zu senken - das wirkt sich deutlich positiv bzgl. Klimaschutz und Verbrauch an fossiler Energie aus, da regelmäßig zunächst fossile Kraftwerke heruntergefahren werden können, wenn weniger Strom verbraucht wird.
Einige Ansätze finden sich bereits in diesem Passipedia-Beitrag: Optimierung auch des Strombedarfs.

Für alle praktisch sofort möglich:

  • Endlich alle alten Glühlampen durch modernes LED-Licht ersetzen. Dabei auf höchste Effizinez achten (über 140 lm/Watt ist heute gängig; um 200 lm/W möglich).
  • Dafür sorgen, dass die Luft hinter dem Kühlschrank gut zirkulieren kann (da gibt der nämlich die Wärme ab, die er aus dem Kühlraum herauszieht).
  • Mal ausprobieren, ob es auch 1 Grad höher eingestellt mit dem Kühlschrank noch geht…
  • Die Spülmaschine oder Waschmaschine wirklich vollpacken - und dafür weniger oft laufen lassen. Dabei die „Energiesparprogramme“ verwenden (und nicht etwa „schnell und ultrasauber“)
  • Die Wohnung nach4) alten ineffizienten Steckernetzteilen durchforsten; was nicht mehr gebraucht wird - Altmetallsammlung (hoher Kupferanteil!). Kennzeichen: Die sind schwer (klassischer Transformator) und fühlen sich, auch ohne Last, immer warm an. Die anderen durch moderne Geräte (leicht und hocheffizient) gleicher Spannung (V = Volt) und mindestens gleicher Belastbarkeit (A = Ampere) ersetzen. Es gibt hocheffiziente Stecker-Netzteile mit einstellbarer Spannung und einer ganzen Palette von einwechselbaren Steckern am Markt: Oft als „Universal-Schaltnetzteil“ bezeichnet. Entscheidend ist ein niedriger Standby-Verbrauch5).

Eigene Solarenergie

Solarpaneele6) sind heute erschwinglich. Der selbst erzeugte Strom ist (solange die Orientierung nicht allzu ungünstig und der Installationsort wenig verschattet ist) allemal kostengünstiger als Strom aus dem Netz.

Wer Zugang hat, kann seine eigene PV-Anlage auf dem Dach oder dem Garagendach montieren. Wir empfehlen: Den Strom in das Netz einspeisen. Dafür gibt es fertige Lösungen, die sich gut bewährt haben.

Inzwischen gibt es auch kleinere Gesamt-Pakete aus Solarpaneelen plus steckerfertigem Wechselrichter, die sogenannten „Balkon-Solaranlagen“. Auch Mieter können solche Anlagen aufbauen. Das Prinzip: Die Solarpaneele werden an einem möglichst gut besonnten und wenig verschatteten Platz (windsicher!) befestigt. Von dort geht der erzeugte Strom (per dickem Gleichspannungskabel) zu einem Wechselrichter mit besonderer Sicherheitseinrichtung. Der wird wie ein Hausgerät (z.B. Staubsauger) mit einer dafür geeigneten Steckdose verbunden.

ACHTUNG! Bevor ich das mache, muss eine solche Anlage bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. In Südhessen geht das z.B. über diesen Link: Südhessen-Steckersolaranlage

Stecker drin? - Nur, dass der Wechselrichter jetzt nicht etwa Strom verbraucht, sondern Strom erstmal ins Hausnetz einspeist; solange das weniger ist, als der gerade bestehende Eigenverbrauch, spare ich die entsprechenden Bezugskosten. Ein evtl. Überschuss wird ins übergeordnete Netz eingespeist und steht dort anderen Nutzern zur Verfügung - entsprechend weniger Kohle- und Gaskraftwerke müssen dann laufen. Diese Balkonanlagen sind bisher bei 600 W maximaler Einspeiseleistung begrenzt. So ungefähr 200 bis 500 kWh Strom kann der Betreiber damit jährlich erzeugen - das ist in etwa so viel, wie ein alter Kühlschrank verbraucht; und in einer Größenordnung von um 10% des gesamten durchschnittlichen Stromverbrauchs typischer Haushalte in Geschosswohnungen. Wissen müssen AnwenderInnen, dass der überwiegende Teil der Energieproduktion von PV im Sommer liegt - die Beiträge im Dezember und Januar sind dagegen nur gering7).

Wer sicher gehen will, den erzeugten Strom weitgehend selbst zu nutzen, kann stattdessen eine vom Netz unabhängige sog. „Inselanlage“ bauen. Dabei wir der erzeugte Strom in einen Batteriespeicher geladen. Aus der Batterie kann ich dann bei Bedarf Strom entnehmen; wenn das weiter Verbraucher mit 230 V Wechselstrom-Anschluss sind, benötigt der Bertreiber dafür einen Wechselrichter - der dann normale Schuko-Steckdosen für die zu betreibenden Geräte anbietet. Diese Lösung empfiehlt sich auch, wenn eine solche PV-Anlage auch zur Stromversorgung im Falle des Ausfalls des Netzes verwendet werden soll8).

Klimabewusste und spritsparende Mobilität

Für den Verkehr werden gut 30% der Endenergie in Deutschland verbraucht. Das basiert bisher fast ausschließlich auf Erdöl und die große Mehrheit des Verbrauchs verursachen die PKW. Auch hier ist Energieeffizienz die wirksamste Maßnahme: Optimierte elektrische Fahrzeuge kommen mit einem Viertel, regelmäßig jedoch unter einem Drittel des Energiebedarfs aus wie Verbrenner-Fahrzeuge der gleichen Liga. Bei jedem neu angeschafften Fahrzeug ist ein batterieelektrisches Auto ökologisch gesehen9) die bessere Lösung; und wir sind uns ziemlich sicher, auf Dauer wird es auch die ökonomisch günstigere Lösung sein; zumindest, wenn auch die doch regelmäßig eintretenden Krisen bei der fossilen Energiebeschaffung berücksichtigt werden. Dazu gehört natürlich die zügige Erhöhung des erneuerbaren Anteils der Stromerzeugung - also der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik - wozu auch wieder fast alle beitragen können.

Nicht alle werden aber schon dieses Jahr ein neues E-Auto anschaffen. Aber alle können zumindest einige der hier aufgeführten Maßnahmen durchführen10):

  • Bei Neuanschaffung: Sparsames Elektrofahrzeug (Effizienz)
  • Nicht unbedingt nötige Fahrten vermeiden (Geht es z.B. auch per Video-Konferenz? Längere Strecken sind oft mit der Bahn entspannter und sogar schneller. Typische Suffizienz-Maßnahme, die allerdings die Lebensqualität regelmäßig verbessert.)
  • Kurzstrecken wenn immer möglich per Fahrrad oder zu Fuß (Typische Suffizienz-Maßnahme - mit gesundheitsförderndem Nebeneffekt) - oder mit einem elektrisch betriebenen Leichtfahrzeug 11). Wir teilen die Analyse des DLR - bei diesen leichten Fahrzeugtypen liegt ein riesiges Potential: auch für Senioren gibt es gut gefederte elektrifizierte Dreiradfahrzeuge auf der Basis von Fahrradtechnik. Diese Fahrzeuge verbrauchen einen Bruchteil im Vergleich zu einem „ausgewachsenen PKW“, sind für fast alle täglichen Einkäufe und Wege im Nahverkehr geeignet - und vermitteln einen hohen Fahrspaß.
  • Mit gleichförmiger Geschwindigkeit fahren – wenig und nur sanft beschleunigen, vor dem Anhalten ausrollen lassen. („Defensiver Fahrstil“; so etwas wie eine verbesserte Effizienz beim Fahrer)
  • Höchstgeschwindigkeit reduzieren; insbesondere auf der Autobahn, aber auch innerorts (Suffizienz; dieser Punkt scheint vielfach zu schmerzen und hat schon immer stark emotionalisierte Debatten ausgelöst. Dass hier ein nicht unbeträchtliches Einsparpotential liegt ist von der Sache her unbestreitbar12))
  • Möglichst hohen Gang wählen (Fahrer-Effizienz; unstrittige Wirksamkeit)
  • Schmale Reifen mit korrektem Reifendruck(Effizienz durch sorgfältige Betriebsweise)
  • Dachträger, Dachaufbauten – wenn nicht benötigt demontieren (Effizienz durch Achtsamkeit; solche Aufbauten erhöhen den Strömungswiderstand beträchtlich und damit den Spritverbrauch und die Kosten)
  • Fahrzeug von nicht erforderlicher Zuladung befreien (Achtsamkeit: Jedes Kilogramm muss mitbeschleunigt werden und die so angenommene kinetische Energie wird später mit „rausgebremst“ (sprich: in nicht mehr nutzbare Umweltwärme verwandelt)
  • Regelmäßig Wartung des Fahrzeugs (Effizienz durch sorgfältige Betriebsweise)

Leichte elektrische Fahrzeuge können nach der verlinkten Studie der DLR ganz beträchtlich (40% !) zur Reduktion von Emissionen und zur Einsparung von Sprit und Geld beitragen.

Klimabewusste, gesunde und nachhaltige Ernährung

Es hat sich herumgesprochen - unsere heutigen Ernährungsgewohnheiten sind weder besonders gesund, noch gerecht, noch zuträglich für die Umwelt. das lässt sich sogar mit kaum Schmerzen vergleichsweise schnell und einfach ändern; wenn wir die wissenschaftlich offensichtlichen Fakten akzeptieren und ein konsequentes Umstellungsprogramm angehen; auch hier geht es „Schritt für Schritt“, die gewaltigen Umstürze, die sonst drohen, gilt es zu vermeiden. Der guten Darstellung des Bundesministeriums für Umwelt ist nicht viel hinzuzufügen: Fleischkonsum und Umwelt; wir fassen das Wichtigste zusammen und geben Hinweise auf „was tun?“; denn, wie überall, es kommt auf das Handeln an - Reden allein hilft noch nicht!

  • Ernährungsphysiologisch ist unstrittig, dass wir in Mitteleuropa im Durschnitt etwa dreimal soviel tierische Nahrungsmittel konsumieren, wie es der Gesundheit zuträglich ist. Allein deshalb ist eine schrittweise Reduktion des Fleischkonsums sinnvoll; und dabei insbesondere das 'rote Fleisch„.
  • Ein Teil des 'Problems' ist offenbar, dass viele Menschen noch immer glauben, dass Fleisch die höherwertiger Ernährung für die Reichen Menschen wäre; und solche Assoziationen werden leider auch immer noch, teils aus Unwissen, teils aber auch aus partikulärem Interesse, verbreitet. Die Ernährungswissenschaft ist sich da aber völlig einig: Mehr Gemüse und weniger Fleisch würde unserer Gesundheit gut tun. Bleibt der Mythus vom besonderen Genuss: Das ist übrigens ein Problem, das es nicht nur in dieser Sache gibt; solange das „Brathähnchen“ ab und an mal zum Familienfest eher eine Seltenheit war, war es zumindest das, eine „Besonderheit“. Im Überfluss wird der Genuss entwertet. Genussreiche Vielfalt - das ist heute insbesondere auf Basis der gigantischen Variationen pflanzlicher Nahrungsbeiträge möglich. Meine Einschätzung: Wir lernen das noch.
  • Dass die Erzeugung von Fleisch 3 bis 15mal soviel natürliche Ressourcen bindet ist ebenfalls wissenschaftlich unstrittig. Und das hat, beim gegenwärtigen Ausmaß, vermeidbare Umweltfolgen. Dass es auch Landnutzung als Tierweiden gibt, die anderwärtig nur wenig bessere Nutzung erlauben ist sicher auch richtig; aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes ist daher auch nicht zwingend ein „Null-tierische-Nahrung“-Konzept unverzichtbar13), aber doch eine signifikante Reduktion innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre.
  • Dass es hier durchaus auch ethische Fragen zu diskutieren gibt, wird zunehmend klarer. Die Verhaltensforschung weiß heute, dass viele Tiere Bedrohungen und Leid ebenso empfinden wie wir das tun. Es ist also durchaus richtig, über unser Verhältnis zu unseren verwandten einmal in grundsätzlicherer Form nachzudenken. der Autor plädiert hier für eine umsichtige und rücksichtsvolle Diskussion; nicht nur im Umgang mit den Tieren, sondern auch mit unseren Mitmenschen.

Aber jetzt zur Praxis:

  • Das ist ganz einfach: etwas mehr beim Einkauf darauf achten, nur soviel Nahrungsmittel zu erstehen, wie wir dann auch verspeisen werden.
  • Etwas weniger Fleisch und etwas mehr frisches Gemüse: Damit kann jede/r schonmal anfangen und dann beobachten, wie wir das genießen und wie das die Lebensqualität steigert. Ob das ein fleischfreier Tag ist, für den Anfang, oder die geringfügige Reduktion der Portionsgrößen. Übrigens: Das muss auch wieder nicht teuer sein, wie manche 'glauben'.
  • Eine schmackhafte Zubereitung ist Teil des Konzepts: vegetarisch dadurch, dass man die „Bolognese“ bei den Spaghetti einfach weglässt, das ist nicht spannend und auch nicht sonderlich 'gesünder'. Hier gilt es eine Vielzahl absolut lukullischer Hinweise im Internet zu entdecken (die Spaghetti Veganese schon probiert?).
  • Weniger industriell verarbeitete und dafür mehr frische Lebensmittel - auch da ist sich die Wissenschaft längst einig. Teuer soll das ein? Come on! Kartoffeln, mannigfache Kohlvarianten, Zwiebeln, Lauch und Sellerie habe ich noch immer zu erschwinglichen Preisen bekommen.
  • Ein gar nicht unwichtiger Teil des Konzepts ist die Stärkung des landwirtschaftlichen Direktverkaufs. Bezeichnend: Ausgerechnet in New York habe ich an JEDER Straßenecke direktvermarktende bäuerliche Familien gesehen; mit frischen Radieschen, Erbsen, Senfsaaten aller Art, Kirschen, Erdbeeren, … wem da nicht das Wasser im Mund zusammenläuft14).

Wie immer auf diesen Seiten: Hinweise auf weitere einfach umsetzbare Ansätze sind herzlich willkommen: JETZT! (at passiv) kontaktieren.

1)
Eben allen, die nicht in einem Passivhaus wohnen
2)
Der Warmwasser-Energiebedarf ist in der Jahressumme ganz erheblich geringer als die Raumheizung; grob 15% davon.
3)
Und zugehörige Bilder, bei denen Bewohner mit Silikon und ähnlichem versucht haben, "alles dicht" zu machen.
4)
evtl. längst nicht mehr genutzten
5)
wir werden bei Gelegenheit Messwerte publizieren. Die Erfahrungen mit Stecker-Schaltnetzteilen sind aber diesbezüglich ohnehin überwiegend gut
6)
auch genannt: Photovoltaik, PV
7)
Damit eine Notheizung betreiben zu wollen ist illusorisch, selbst bei sehr guter Wärmedämmung. Für ein wenig Licht und ein Radio wird es aber auch im Winter reichen.
8)
Die einfacher „Stecker-Balkon-Solaranlagen“ schalten sich bei fehlendem Netz automatisch ab - und das muss auch so sein, denn z.B. bei Reparatur-Arbeiten am Stromnetz muss dieses aus Sicherheitsgründen Spannungsfrei bleiben - und nicht etwa durch irgendwo eingespeiste Energie doch wieder unter Spannung stehen
9)
und auch von der Versorgungssicherheit
10)
Das spart Sprit, spart Geld, spart Stress und reduziert schwere Unfälle
11)
siehe verlinkte DLR-Studie - die machen sozusagen das 'Fahrrad' auch für alle die Menschen zugänglich, die die eigene Kraft nicht einsetzen können oder mögen.
12)
Das ist ganz einfache Physik: Bei Geschwindigkeiten oberhalb von etwa 100 km/h dominiert bei fast allen Fahrzeugen die Luftreibung die Energieverluste. Diese nimmt sogar mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zu - es ist also überhaupt keine Frage, dass durch langsameres Fahren Energie gespart wird; und zwar bezogen auf die gefahrene Strecke.
13)
Ähnlich, wie es auch kein „Nullheizenergie“-Konzept für Gebäude zwingend braucht. Mit der Effizienz von Passivhäusern kann die gesamte Menschheit dsbzgl. mit dem Planeten im Frieden leben
14)
Und übrigens, ein Häubchen Sahne auf die Erdbeeren, das lasse ich mir zumindest von Zeit zu Zeit nicht nehmen
sofortmassnahmen.txt · Zuletzt geändert: 2022/06/06 18:50 von wfeist