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Gebäudezertifizierung: Passivhaus, EnerPHit und PHI Energiesparhaus

Die Gebäudezertifizierung dient der Sicherung der Qualität und bringt viele Vorteile für alle Beteiligten mit sich. Der Schwerpunkt liegt dabei bei der Planung, denn nur eine praxisgerechte Planung kann an der Baustelle in ein funktionierendes Gebäude umgesetzt werden: Luftdichtheit, Wärmebrückenfreiheit, hochwertige Fenster und deren Einbau, Lüftungsanlage und übrige Haustechnik müssen zielgerecht geplant und aufeinander abgestimmt sein (in der Fachwelt spricht man von integraler Planung). In diesem Zusammenhang ist es empfehlenswert schon in einem frühen Planungsstadium Kontakt mit einer akkreditierten Passivhaus-zertifizierenden Organisation aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt können vom Zertifizierer identifizierte Probleme noch leicht behoben werden.

Der Leitfaden Gebäudezertifizierung bietet eine übersichtliche Zusammenfassung allgemeiner Information zur Zertifizierung (z.B. Vorteile, Ablauf, erste Schritte).

Passivhäuser sind nicht per Gesetz oder Verordnung eingeführt - es handelt sich um einen freiwillig vereinbarten Standard. Dieser Standard ist jedoch klar und unmissverständlich definiert: Das Passivhaus Institut hat die Kriterien für Passivhäuser für unterschiedliche Bauaufgaben (z.B. Wohngebäude, Büro- Bildungsgebäude) formuliert. Es handelt sich dabei ausschließlich um sogenannte „funktionale Kriterien“, d.h. es werden nicht einzelne bauliche oder technische Details vorgeschrieben, sondern es wird eine insgesamt stimmige Planung mit kompetent ausgeführter Energiebilanz, Ausarbeitung der Details und Dokumentation der Komponenten verlangt. Dadurch wird erreicht, dass das geplante Gebäude in der Praxis wirklich die Ergebnisse erbringen kann, die von ihm erwartet werden. Die Messergebnisse einer Vielzahl untersuchter Passivhaus-Projekte bestätigen das.


Gebäudestandard

Passivhaus Classic, Plus und Premium


Passivhäuser zeichnen sich durch besonders hohe Behaglichkeit bei sehr niedrigem Energieverbrauch aus. Insbesondere bei Neubauten bietet der Passivhaus-Standard eine ausgezeichnete Wirtschaftlichkeit.

Je nach Nutzung erneuerbarer Energien werden die Passivhaus-Klassen Classic, Plus oder Premium erreicht.


EnerPHit Classic, Plus und Premium

EnerPHit ist der etablierte Standard für die Altbaumodernisierung mit Passivhaus-Komponenten. Trotz etwas höherem Energiebedarf ergeben sich nahezu alle Vorteile des Passivhaus-Standards.

Je nach Nutzung erneuerbarer Energien werden die EnerPHit-Klassen Classic, Plus oder Premium erreicht.

Schritt für Schritt zum EnerPHit-Standard mit dem EnerPHit-Sanierungsplan und der Vorzertifizierung als EnerPHit (oder Passivhaus) Projekt.


Energiesparhaus

Der PHI-Energiesparhaus-Standard eignet sich für Gebäude, die aus verschiedenen Gründen die Passivhaus-Kriterien nicht ganz erreichen.


Gebäudekriterien

Die offiziellen Gebäudekriterien werden vom Passivhaus Institut auf Deutsch und Englisch veröffentlicht und können von der Internetseite des Passivhaus Institutes heruntergeladen werden: Kriterien für den Passivhaus-, EnerPHit- und PHI-Energiesparhaus-Standard.

Ältere Versionen der Gebäudekriterien sind im Archiv zu finden. Die Änderungen der Gebäudekriterien werden zudem im jeweiligen Kriterien-Dokument beschrieben.

Es existieren Übersetzungen in weitere Sprachen, die von verschiedenen Partnern und Passivhaus-Organisationen weltweit erstellt werden. Wenn auch Sie Kriterien in Ihre Landessprache übersetzen möchten, kontaktieren Sie bitte das Passivhaus Institut. Dann erhalten Sie eine Übersetzungs-Anleitung. Bitte beachten Sie, dass Kriterien-Übersetzungen rein informativ und nicht bindend sind: Gebäude-Kriterien in anderen Sprachen.

Ergänzende Bestimmungen zu den Kriterien

Mit Version 10 der Gebäudekriterien, wurden folgende ergänzenden Bestimmungen in das Kriterien-Dokument integriert:

Zertifizierung von Reihen- und Doppelhäusern nach Kriterien des Passivhaus Instituts

Zertifizierung von Gebäuden mit gewerblich genutzten Erdgeschossen (Stand: 05.09.2016)


Leitfaden Gebäudezertifizierung

Der Leitfaden Gebäudezertifizierung bietet neben allgemeinen Informationen zur Zertifizierung, ergänzende Erklärungen zu den in knapper und präziser Form dargestellten Anforderungen in den Gebäudekriterien. Im Zweifelsfall haben die in den Kriterien beschriebenen Anforderungen immer Vorrang vor den Erklärungen im Leitfaden. Des Weiteren, gibt es auch Beispiele der wichtigsten Dokumente, die für die Zertifizierung eingereicht werden müssen.


Zertifizierte Gebäude weltweit

Das Passivhaus steht für gesundes und behagliches Wohnen mit höchster Energieeffizienz. Innerhalb von wenigen Jahren hat sich dieser Baustandard in Deutschland mit großer Geschwindigkeit verbreitet. Das erste Passivhaus wurde 1991 gebaut. Seitdem hat sich das Prinzip tausendfach bewährt, die Langzeiterfahrung belegt die Funktionalität. Passivhäuser können inzwischen weltweit und in allen Klimazonen realisiert werden. Die Weltkarte zertifizierter Gebäude gibt einen guten Überblick über zertifizierte Projekte weltweit. Die aktuellen Zahlen und Entwicklung kann hier abgerufen werden.

In der Passivhaus-Datenbank kann man nach zertifizierten Gebäuden filtern. Zudem sind diese auch mit einem PHI-Logogekennzeichnet.


Siehe auch

zertifizierung/zertifizierte_passivhausprojekte.txt · Zuletzt geändert: 2022/06/07 10:45 von corinna.geiger@passiv.de