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Heizenergieverbrauch in einem gut gedämmten Neubau

Hier folgt ein weiterer, von den Temperaturmessungen an einer sehr gut gedämmten Wand unabhängiger Beleg dafür, dass Wärmedämmung von Gebäuden ganz erhebliche Energieeinsparungen ermöglicht, und zwar an Hand von gemessenen Energieverbrauchswerten in sehr gut gedämmten Neubauten.

Messungen

Das folgende Bild zeigt Messergebnisse für den Heizwärmeverbrauch in einem sehr gut wärmegedämmten Gebäude, dem ersten Passivhaus in Darmstadt Kranichstein.

Diese Grafik zeigt Messwerte des Heizenergieverbrauchs.
Links: Durchschnittlicher Verbrauch in bestehenden Gebäuden in Deutschland; ca 160 kWh/(m²a).
Alle anderen Werte: Gemessener Energieverbrauch für Heizung im Reihenhaus Darmstadt
Kranichstein (vier Wohnungen mit je 156 m², bewohnt seit 1991); im Durchschnitt 9,2 kWh/(m²a).


Diese Grafik sagt eigentlich alles:

  • In bestehenden Gebäuden in Deutschland werden im Durchschnitt 160 kWh Brennstoff (Öl oder Gas) allein für die Heizung verbraucht - vgl. die Statistik der Heizkostenabrechnungsfirmen. Für eigene Berechnungen: 1 Liter Heizöl sowie 1 m³ Erdgas haben jeweils Brennwerte von etwa 10 kWh.
  • Im Passivhaus Darmstadt Kranichstein wurde dagegen ein dauerhaft stabiler Verbrauch von nur noch durchschnittlich 9,2 kWh je Quadratmeter Wohnfläche gemessen.

Das bedeutet: Der Verbrauch im Passivhaus ist um mehr als 90% geringer als der Durchschnittsverbrauch. Der Heizenergieverbrauch im Passivhaus ist vernachlässigbar gering. So gering, dass ein solches Haus im Prinzip auch mit ein paar Kerzen beheizt werden könnte.

Warum ist der Heizenergieverbrauch im Passivhaus so gering?

Das Passivhaus ist vor allen Dingen sehr gut wärmegedämmt. Die Außenwände haben eine Dämmung mit 27,5 cm Dicke, das Dach sogar mit 44,5 cm. Die Fenster haben eine Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung. Und die Lüftung verfügt über Wärmerückgewinnung.

Würde auch nur ein Bestandteil dieses Konzeptes nicht wie geplant funktionieren, so wäre der Wärmeverlust des Hauses deutlich höher - und damit auch der zu erwartende Energieverbrauch. Im ersten Jahr z.B. war die Wärmedämmung der Fensterrahmen noch nicht angebracht und die Kellerdecke noch nicht fertig gedämmt. Der Energieverbrauch war dementsprechend in diesem ersten Jahr deutlich höher (aber immer noch sehr gering, siehe Grafik: knapp über 20 kWh/(m²a)).

Dass die Energieeinsparung in diesem sehr gut gedämmten Gebäude so groß ist belegt ganz offensichtlich, dass das Konzept funktioniert - und damit, dass eine gute Wärmedämmung funktioniert.

Übereinstimmung mit der Berechnung

Heute gibt es über 20 000 bewohnte Wohneinheiten in Passivhäusern (Stand 2010). In sehr vielen dieser Gebäude wurde der Heizenergieverbrauch gemessen. Und immer ist der gemessene Verbrauch extrem gering. Einen systematischen Vergleich mit statistischen Methoden finden Sie auf der Seite Messergebnisse zum Passivhaus-Standard. Weitere Häuser sind in der Passivhaus Datenbank dokumentiert.

Die Messergebnisse aus den bewohnten Passivhäusern stimmen mit anerkannten Berechnungsmethoden der Bauphysik gut überein, in der folgenden Grafik z.B. mit der Europäischen Norm EN 832 (heute abgelöst durch ISO 13790).

Diese Bilanz für das Passivhaus Darmstadt Kranichstein wurde
nach der Europäischen Norm EN 832 (heute abgelöst durch
ISO 13790) berechnet (Endhaus).
Es ergeben sich bei der Berechnung 10,5 kWh/(m²a) für den
Heizwärmebedarf. Der tatsächliche Verbrauch ist mit
9,2 kWh/(m²a) im Durchschnitt der Jahre 1991-2006 sogar
etwas geringer. (Diese Abweichung liegt im Rahmen der
Mess- und Rechengenauigkeit.)


Bitte beachten Sie, dass der Wärmegewinn aus inneren Wärmequellen (Personen und Geräte) in diesem Gebäude sehr gering ist. Die Höhe des Wärmegewinnes wurde bei diesem Haus sehr genau gemessen. Das Haus wird also nicht etwa durch versteckte hohe Stromverbraucher „beheizt“. Auch ist es in allen vier Wohnungen immer komfortabel warm.

Der Verlustbeitrag „nicht nutzbare Solargewinne“ entsteht dadurch, dass das Haus auch im Winter manchmal durch die Solareinstrahlung höhere Temperaturen als den Sollwert erreicht. Dann sind die Wärmeverluste auch höher als zunächst, nämlich mit dem Sollwert, berechnet. Die Ausnutzbarkeit der solaren Gewinne ist durch eine Formel in der Europäischen Norm EN 832 vorgegeben; das Verfahren hat sich ganz ausgezeichnet bewährt. Es baut vor allem auf die U-Werte der Außenbauteile auf, mit denen die oben auf der linken Seite dargestellten Verluste berechnet werden - bis auf den Lüftungswärmeverlust, der sich aus der ausgetauschten Luftmenge und der Wärmerückgewinnung ergibt (vgl. Energiebilanz).

Fazit

Die Übereinstimmung von Theorie und Praxis hat sich bei sorgfältig durchgeführten Messungen immer wieder gezeigt.

Auch die Untersuchungen in diesem Beleg zeigen klar, dass eine verbesserte Wärmedämmung wirksam ist und dass die eingeführten und in der Wissenschaft anerkannten Rechenmethoden zuverlässig sind, insbesondere, dass der U-Wert eine treffende Kennzeichnung für den Energieverlust eines Außenbauteils ist.

Siehe auch

Vorhergehende Abschnitte

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