Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


planung:waermeschutz:fenster:anforderungen_an_fenster

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen Revision Vorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
planung:waermeschutz:fenster:anforderungen_an_fenster [2018/06/18 13:41]
cblagojevic
planung:waermeschutz:fenster:anforderungen_an_fenster [2019/02/14 09:54] (aktuell)
cblagojevic
Zeile 10: Zeile 10:
  
     * Ein aus sich selbst heraus behagliches Raumklima;     * Ein aus sich selbst heraus behagliches Raumklima;
 +
     * eine auch für den Kernwinter positive Energiebilanz ist möglich;     * eine auch für den Kernwinter positive Energiebilanz ist möglich;
 +
     * die Eignung für den Einsatz in Passivhäusern.\\     * die Eignung für den Einsatz in Passivhäusern.\\
 \\ \\
Zeile 16: Zeile 18:
  
     * Die Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung oder eine vergleichbar gute Glaskombination,​     * Die Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung oder eine vergleichbar gute Glaskombination,​
 +
     * der wärmegedämmte Randverbund (engl. "warm edge"​),​     * der wärmegedämmte Randverbund (engl. "warm edge"​),​
 +
     * der speziell gedämmte Fensterrahmen und     * der speziell gedämmte Fensterrahmen und
 +
     * ein optimierter Einbau in die Wand.     * ein optimierter Einbau in die Wand.
  
Zeile 49: Zeile 54:
  
     * der Verglasungs-U-Wert U<​sub>​g</​sub>​ und die Fläche der Verglasung A<​sub>​g</​sub>,​     * der Verglasungs-U-Wert U<​sub>​g</​sub>​ und die Fläche der Verglasung A<​sub>​g</​sub>,​
 +
     * der U-Wert des Rahmens U<​sub>​f</​sub>​ und die Projektionsfläche des Rahmens A<​sub>​f</​sub>​     * der U-Wert des Rahmens U<​sub>​f</​sub>​ und die Projektionsfläche des Rahmens A<​sub>​f</​sub>​
-    ​* der Wärmebrückenverlustkoeffizient am Glasrand Ψ<​sub>​g</​sub>​ (der im wesentlichen ​durch den Randverbund bestimmt wird) und die Länge l<​sub>​g</​sub>​ des Glasrandes+ 
 +    ​* der Wärmebrückenverlustkoeffizient am Glasrand Ψ<​sub>​g</​sub>​ (der im Wesentlichen ​durch den Randverbund bestimmt wird) und die Länge l<​sub>​g</​sub>​ des Glasrandes 
     * dazu kommt der Wärmebrückenverlustkoeffizient durch den Einbau des Fensters in der Außenwand Ψ<​sub>​Ein</​sub>​ und die Länge l<​sub>​Ein</​sub>​ des Einbaurandes.\\     * dazu kommt der Wärmebrückenverlustkoeffizient durch den Einbau des Fensters in der Außenwand Ψ<​sub>​Ein</​sub>​ und die Länge l<​sub>​Ein</​sub>​ des Einbaurandes.\\
 \\ \\
Zeile 60: Zeile 68:
 \\ \\
 Um sich nicht über die Eigenschaften des Fensters zu täuschen, ist es entscheidend,​ alle  oben genannten Wärmeverluste zu berücksichtigen. Dies erfolgt nach der Formel:\\ Um sich nicht über die Eigenschaften des Fensters zu täuschen, ist es entscheidend,​ alle  oben genannten Wärmeverluste zu berücksichtigen. Dies erfolgt nach der Formel:\\
 +
 +
 {{ :​picopen:​fenster_u_wert_formel.png }}\\ {{ :​picopen:​fenster_u_wert_formel.png }}\\
 +
  
 Gerade die Wärmebrücke am Rand der Verglasung spielt eine große Rolle; wenn man sie vernachlässigt,​ sind die Ergebnisse viel zu optimistisch. Wie groß der Randeinfluss ist, kann man z.B. an der folgenden Abbildung erkennen.\\ Gerade die Wärmebrücke am Rand der Verglasung spielt eine große Rolle; wenn man sie vernachlässigt,​ sind die Ergebnisse viel zu optimistisch. Wie groß der Randeinfluss ist, kann man z.B. an der folgenden Abbildung erkennen.\\
 \\ \\
-|{{:​picopen:​innenthermographie_passivhaus_fenster.png?​350}}|//​**Innenthermographie eines Passivhausfensters:​** Die ungestörten Oberflächen von Verglasung und Rahmen sind gleichmäßig warm (18 bis 19°C in diesem Bild). Jedoch ist entlang des gesamten Glasrandes ​ sehr gut ein Temperaturrückgang erkennbar (gelb, ca. 16,5 bis 17°C). Die Temperaturen sind zwar immer noch hoch genug, um Tauwasser sicher auszuschließen. Aber die Wärmeverluste sind in diesem Bereich messbar erhöht - daher muss der Wärmebrückenverlust des Glasrandes berücksichtigt werden. Bei Passivhausfenstern werden besondere Maßnahmen getroffen, um diese Verluste gering zu halten. Zum Beispiel besser dämmende Abstandshalter ("warm edge") aus Edelstahl oder Kunststoff. Auch die etwas niedrigeren Temperaturen an der Einbaukante des Fensters zur Wand hin sind gut zu erkennen. Bei Fenstern älterer Bauart sind alle diese Temperaturen viel geringer - oft sind sie dann so gering, dass messbar höhere Feuchtigkeiten vorliegen.\\ (Randbedingungen der Aufnahme: Raumtemperatur 22 °C, Außenlufttemperatur 2,5 °C; Passivhausfenster beim Sanierungsprojekt "Jean Paul Platz" in Nürnberg; [[http://​www.passiv.de/​04_pub/​Literatur/​ProtokB/​Phase_III/​2002-2004/​AK24/​Inh_AK24/​04-SD_F.htm|hier mehr Informationen zu diesem Projekt]]).//​|\\+|{{:​picopen:​innenthermographie_passivhaus_fenster.png?​350}}|//​**Innenthermographie eines Passivhausfensters:​** Die ungestörten Oberflächen von Verglasung und Rahmen sind gleichmäßig warm (18 bis 19°C in diesem Bild). Jedoch ist entlang des gesamten Glasrandes sehr gut ein Temperaturrückgang erkennbar (gelb, ca. 16,5 bis 17°C). Die Temperaturen sind zwar immer noch hoch genug, um Tauwasser sicher auszuschließen. Aber die Wärmeverluste sind in diesem Bereich messbar erhöht - daher muss der Wärmebrückenverlust des Glasrandes berücksichtigt werden. Bei Passivhausfenstern werden besondere Maßnahmen getroffen, um diese Verluste gering zu halten. Zum Beispiel besser dämmende Abstandshalter ("warm edge") aus Edelstahl oder Kunststoff. Auch die etwas niedrigeren Temperaturen an der Einbaukante des Fensters zur Wand hin sind gut zu erkennen. Bei Fenstern älterer Bauart sind alle diese Temperaturen viel geringer - oft sind sie dann so gering, dass messbar höhere Feuchtigkeiten vorliegen.\\ (Randbedingungen der Aufnahme: Raumtemperatur 22 °C, Außenlufttemperatur 2,5 °C; Passivhausfenster beim Sanierungsprojekt "Jean Paul Platz" in Nürnberg; [[http://​www.passiv.de/​04_pub/​Literatur/​ProtokB/​Phase_III/​2002-2004/​AK24/​Inh_AK24/​04-SD_F.htm|hier mehr Informationen zu diesem Projekt]]).//​|\\
 \\ \\
 \\ \\
Zeile 102: Zeile 113:
  
     * **Auf den Fenster-U-Wert U<​sub>​w</​sub>​ als Kennzeichnung der Wärmeverluste**;​ vor allem, weil das Fenster ja auch in der kalten Winternacht keine unangenehm kalte Oberfläche haben soll. Der U-Wert sollte möglichst klein sein, jedenfalls **kleiner als 0,80 W/(m²K)**.     * **Auf den Fenster-U-Wert U<​sub>​w</​sub>​ als Kennzeichnung der Wärmeverluste**;​ vor allem, weil das Fenster ja auch in der kalten Winternacht keine unangenehm kalte Oberfläche haben soll. Der U-Wert sollte möglichst klein sein, jedenfalls **kleiner als 0,80 W/(m²K)**.
-    * **Auf den Verglasungs-g-Wert als Kennzeichnung für den möglichen solaren Wärmegewinn**. Der g-Wert sollte möglchst hoch sein; **Werte um 0,5 sind heute gängig**. 
  
-Selbstverständlich ist es günstig, wenn das Fenster nur einen gringen ​Rahmenanteil hat, denn über den Rahmen gibt es keine Energiegewinne,​ nur Verluste. Allerdings darf das nicht zu sehr auf Kosten des U-Wertes gehen.+    * **Auf den Verglasungs-g-Wert als Kennzeichnung für den möglichen solaren Wärmegewinn**. Der g-Wert sollte möglichst hoch sein; **Werte um 0,5 sind heute gängig**. 
 + 
 +Selbstverständlich ist es günstig, wenn das Fenster nur einen geringen ​Rahmenanteil hat, denn über den Rahmen gibt es keine Energiegewinne,​ nur Verluste. Allerdings darf das nicht zu sehr auf Kosten des U-Wertes gehen.
  
  
planung/waermeschutz/fenster/anforderungen_an_fenster.1529322087.txt.gz · Zuletzt geändert: 2018/06/18 13:41 von cblagojevic