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Wärmedämmung des Daches

Konventionell wärmegedämmte Dächer weisen mehrere Schwachstellen auf. Wird die Dämmung nur zwischen die alten Sparren eingelegt, so bleiben z.B. Gebäudetrennwände (Brandwand) als erhebliche Wärmebrücken zurück, Abbildung 2, [AKKP 24]. Weiterhin wird in aller Regel bei einer konventionellen Sanierung nicht darauf geachtet, dass später an der Traufe und am Ortgang (Ringanker, vgl. Abbildung 7) die Dämmschicht der Wand an die des Daches angeschlossen werden muss. Auch dies ist mit einer reinen Zwischensparrendämmung nur unzureichend bzw. gar nicht möglich (vgl. Abbildung 4). Abbildung 3 zeigt einen Vorschlag aus [AKKP 24]. Zusätzlich zur Zwischensparrendämmung wird eine Aufsparrendämmung realisiert, die z.B. als hochfeste Mineralwolle oder Polystyrol- oder Holzweichfaserplatte realisiert werden kann. Die Aufsparren-Dämmschicht, die über den Ringanker geht, kann dann ohne größeren Aufwand an die Wanddämmung angeschlossen werden.

Abbildung 2: Bei der Dachdämmung müssen einige Anschluss-Situationen geklärt werden, z.B. an Traufe und Ortgang. Insbesondere dann, wenn Dach und Wand nicht gleichzeitig gedämmt werden.
Abbildung 3: Vorschlag für einen gedämmten Dachaufbau mit Zwischensparren und Aufdach-Dämmung [AKKP 24]



Zuerst die Wanddämmung

Wird die Dämmung der Außenwand vor der (Aufdach-) Dämmung durchgeführt, so muss dafür der Dachüberstand verlängert werden. Dies ist am Ortgang mit einfachen metallischen Verlängerungsschienen möglich. Diese werden auf den Dachlatten befestigt (vgl. Abbildung 5), dazu müssen ein bis zwei Ziegelreihen zwischenzeitlich abgenommen werden. An der Traufe können Aufschieblinge aus Holz verwendet werden. Die in Abbildung 5 links gezeigte Lösung erlaubt sogar ein leichtes Anheben der Dachziegel im Traufbereich, so dass dort eine ausreichende Dämmschicht untergebracht werden kann. Dies ist interessant, wenn statt des Daches die oberste Geschossdecke gedämmt wird. (Projekt Jean-Paul-Platz, Nürnberg, Burkhard Schulze Darup).
Der Zwischenzustand ist bei dieser Reihenfolge im Vorgehen sehr einfach und dauerhaft gegen Wetter zu sichern. Es bleibt allerdings die starke Wärmebrücke an Ortgang und Traufe, weil die Außenwanddämmung nicht an die Zwischensparrendämmung angeschlossen werden kann.

Abbildung 4: Zuerst die Wanddämmung, dann die Aufdach- und Zwischensparrendämmung. Der Zwischenzustand (oben rechts) ist leicht herstellbar, die Wärmebrücke ist jedoch erheblich. Wenn die Aufdach-Dämmung hergestellt wird (Endzustand, unten links) muss der am Giebel und entlang der Traufe entstehende Randstreifen entweder bewusst abgesetzt werden, oder die Wand müsste neu gestrichen bzw. verputzt werden.



Wird dann erst nach mehreren Jahren die Aufdach-Dämmung hergestellt, so entsteht ein Randstreifen zwischen der dann neuen Dachlinie und der Oberkante der früher schon fertiggestellten Dämmung (siehe Abbildung 4 unten links). Dieser Randstreifen kann entweder farblich abgesetzt werden, oder aber die ganze Wand müsste neu gestrichen bzw. verputzt werden, um einen unschönen Ansatz zu vermeiden.

Abbildung 5: Links: Aufschieblinge aus Holz zur Verlängerung des Daches im Traufbereich. Rechts: Verlängerung der Dachlatten mit metallischen Elementen. So können ein bis zwei Ziegelreihen am Giebel angefügt werden.



Zuerst die Dachdämmung
Wird zuerst die Aufdach-Dämmung hergestellt, so entsteht ebenfalls ein Streifen in der Breite der Aufdach-Dämmung entlang der Dachlinie. Dieser kann jedoch für die Übergangszeit evtl. nur provisorisch verputzt oder gespachtelt werden. Wichtig ist hier wieder die Wärmebrücke am Ortgang. Der Ringanker auf dem Giebel wird leider bei konventionellen Neubauten immer noch zu hoch ausgeführt, so dass er die Dämmlagen der Wand und des Daches am Anschluss durchdringt (vgl. Abbildung 7).
Eine Aufdach-Dämmung wie in Abbildung 6 schafft hier eine Situation, wie sie auch für den Neubau anzustreben ist: über dem Ringanker bleibt noch eine Dämmlage mit mindestens der halben regulären Dämmstärke des Daches stehen (siehe Abbildung 8).

Abbildung 6: Zuerst die Aufdach-Dämmung. Der Putzanschluss am Randstreifen muss übergangsweise hergestellt werden.


Abbildung 7: SO NICHT: Dieser Ringanker (Neubau) ist deutlich zu hoch und endet knapp unter der Lattung. Damit bleibt eine erhebliche Wärmebrücke am Ortgang.


Abbildung 8: optimierte Situation (Neubau): über dem Ringanker bleibt noch eine Dämmlage mit mindestens der halben regulären Dämmstärke stehen. Dies ist in etwa die gleiche Geometrie, wie sie bei der Realisierung einer Aufdach-Dämmung bei der Altbausanierung zustande kommt, vgl. Abbildung 4.



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