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Wärmedämmung der Außenwand

Wird die Dämmung der Außenwand mit einer sowieso erforderlichen Putzerneuerung zusammen realisiert, so können die Kosten für den Putz auf der alten Mauerwerkswand weitgehend eingespart werden. Es muss lediglich eine grobe Spachtelung an den Stellen vorgesehen werden, wo der alte Putz nicht mehr tragfähig ist und daher abgeklopft werden muss, Abbildung 9, [AKKP 24], [Kah / Feist 2008].
Die Frage, ob ein Wärmedämmverbundsystem auf dem alten Putz geklebt und zusätzlich noch gedübelt werden muss, kann nicht pauschal beantwortet werden. Neuerdings bieten Hersteller für größere Bauprojekte an, Abreißversuche durchzuführen, um zu testen, ob der alte Putz ausreichend tragfähig ist. Mit einer solchen Hersteller-garantie kann dann ggf. ganz auf eine zusätzliche Dübelung verzichtet werden. Im Projekt Tevesstraße in Frankfurt [Kaufmann, Pfluger, Peper, Feist 2009] wurde dies erfolgreich praktiziert, Abbildung 11.

Abbildung 9: Wird die Dämmung der Außenwand mit einer sowieso erforderlichen Putzerneuerung zusammen realisiert, so können die Kosten für den Putz auf der alten Mauerwerkswand weitgehend eingespart werden [AKKP 24], [Kah / Feist 2008].


Wenn doch eine Dübelung notwendig ist, Abbildung 10, sollte genau geprüft werden, wie viele Dübel pro Flächeneinheit wirklich gebraucht werden. Denn die Dübelung verursacht zum einen erhebliche zusätzliche Kosten. Zum anderen stellt jeder Dübel eine nicht unerhebliche Wärmebrücke dar. In Abbildung 10 rechts erkennt man auf der IR-Thermografie die leicht höhere Oberflächentemperatur an den Stellen der Dübelteller, die dort direkt unter dem Putz liegen. Die Dübelteller liegen also flach auf der Oberfläche des Wärmedämmverbundsystems. Nach mehreren Jahren kann dies dazu führen, dass sich die Dübel durch mehr oder weniger starke Ansammlung von Staub und Algenbewuchs im Vergleich zur ungestörten Außenwandfläche farblich abzeichnen und Flecken bilden.

Abbildung 10:rechts: nicht versenkte Dübelteller zeigen sich in der IR-Thermografie als Wärmebrücken. Links: Dübelsystem mit versenkten und abgedeckten Dübeltellern.


Um die Wärmebrückenwirkung und die unschönen Flecken zu vermeiden, können die Dübel versenkt werden, Abbildung 10 links. Dazu wird mit dem Bohrloch eine Vertiefung mit dem Durchmesser des Dübeltellers in die Dämmplatte gefräst, bzw. gedrückt (das Material wird verdichtet), in der der Dübelteller etwa 2 cm tief verschwindet. Nach dem Einschrauben des Dübels wird der Teller mit einem vorgefertigten, mitgelieferten 2 cm starken Plättchen aus demselben Material wie die Dämmplatte überklebt. Die Oberfläche besteht dann durchgehend aus demselben Material, so dass eine über lange Zeit stabile gleichmäßige Putzoberfläche hergestellt werden kann.

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