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Schornsteine

Es werden Rauchschornsteine für Festbrennstoffe, und Abgasschornsteine für Gas- und Ölfeuerungen unterschieden. Für raumluftunabhängige Brennwertkessel (Gas/Öl) kommen Abgasleitungen zum Einsatz.

Die Anforderungen an Schornsteine sind insbesondere bei festen Brennstoffen groß: Dichtheit muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, auch, wenn durch Fehlfunktionen hohe Temperaturen auftreten (Rußbrand, 1200°C); In diesem Fall dürfen auch die Oberflächen des Schornsteins nicht so heiß werden, dass angrenzende Bauteile gefährdet werden. Außerdem können Kondensate anfallen, die dann sicher abzuleiten sind. Der Mindestquerschnitt für einen Rauchschornstein beträgt 100 cm² / ∅ 113 mm, bei raumluftunabhängiger Betriebsweise oder Feuerstätten mit Gebläse ist nur eine Feuerstätte pro Schornstein zulässig. Ein Rauchschornstein ist grundsätzlich über Dach zu führen.

Gemäß den Kehr- und Überprüfungsordnungen der Länder (KÜO) besteht eine regelmäßige Kehrpflicht, die Kosten für die dabei erforderlichen Tätigkeiten des zuständigen Bezirksschornsteinfegers sind in der zugehörigen Gebührenordnung festgelegt. Allgemein werden für Schornsteine an Feuerstätten für feste Brennstoffe 3 - 4 Kehrtermine im Jahr vorgesehen. Bei Anlagen ausschließlich für Holzpellets können auch größere Intervalle, z. B. einmal im Jahr, ausreichen. Hier ist eine Abstimmung mit dem Schornsteinfeger erforderlich.

Erste Pelletkessel mit Brennwertnutzung sind auf dem Markt. Sie werden im Ausland mit einem Luft-/Abgasrohrsystem, ähnlich wie von Gasgeräten bekannt, angeboten und eingesetzt. Da die deutschen Feuerungsverordnungen generell bei Festbrennstoffen einen Schornstein vorschreiben, besteht keine Grundlage für die Zulassung dieser Anlagen. Hier wir hoffentlich bald eine sinnvolle Regelung gefunden. Bei raumluftunabhängig betrieben Feuerungsanlagen für gasförmige Brennstoffe mit „kleiner“ Leistung (<11kW Heizung, 28kW Warmwasserbereitung) können Abgase auch direkt durch die Außenwand abgeführt werden, wenn die Ableitung über Dach einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellt und sofern dadurch keine Gefahren entstehen. Möglicherweise kann auch diese Erleichterung für Holzpellet-Brennwertgeräte übernommen werden.

Wird in einem Lüftungsgerät / Kompaktgerät eine Differenzdrucküberwachung integriert, kann mit Hilfe des Drucksensors auch eine automatisierte Massenstrom-Balanceregelung realisiert werden [Strauß 2006]. Kann auf diese Weise zuverlässig überwacht werden, ob ein ordnungsgemäßer Fortluftstrom besteht, könnten Abgase eines Brennwertkessels auch über den Fortluftkanal abgeführt werden, was eine bedeutende Kosteneinsparung und Vereinfachung der Installation mit sich bringen würde. Möglicherweise ergibt sich hieraus ein Ansatz für spezielle Lösungen bei Kompaktgeräten, die als Systemlösung geprüft und zugelassen werden (siehe auch hierzu den Beitrag von Dr. R.-P. Strauß).

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