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Wohin mit dem Geld?

Durch die Optimierungsmaßnahmen stehen nun Mittel im erheblichen Umfang zur Verfügung, welche in die Verbesserung der Gebäudehülle investiert werden können. Dazu wurden zwei neue Fälle betrachtet: „Best Practice opt“ und „PHI Zukunft opt“, siehe Abbildung 1. Im ersten dieser Fälle wurde die Dämmstärke über die komplette opake Gebäudehüllfläche um 20 cm erhöht (Mehrinvestitionskosten 2 €/m² je cm Dämmstoffstärke] und 13 m² mehr Südfenster angeordnet, die Südfassade ist nun nahezu vollständig verglast. Wie Abbildung 1 zeigt, lässt sich der Jahresheizwärmebedarf durch diese Maßnahmen auf knapp 5 kWh/(m²a) reduzieren. Allerdings übersteigen die Investitionskosten für diese Maßnahmen die Minderkosten für die zusätzlich eingesparte Energie bei Weitem. Die Barwerteinsparung sinkt im Bezug zum Referenzfall auf knapp 2000 €, die Maßnahme ist nicht einzelwirtschaftlich.

Bezüglich der Einzelwirtschaftlichkeit der Maßnahmen gilt für den Fall „PHI Zukunft opt“ gleiches. Hier wurden 25 cm mehr Dämmung aufgebracht, ebenfalls 13 m² mehr Südfenster und zusätzlich Dämmläden installiert. Der Jahresheizwärmebedarf sinkt auf 1,5 kWh/(m²a) – hier liegt faktisch ein Nullheizenergiehaus vor. Der Beweis, dass ein solches Konzept (Passivhaushülle + Dämmläden) zu einem Nullheizenergiehaus führen kann, wurde in einem Winter im Passivhaus Kranichstein erbracht, wo im Rahmen eines Forschungsprojektes zusätzliche Dämmläden montiert wurden. In diesem Jahr musste nicht geheizt werden. Allerdings waren die Läden nach diesem einen Jahr unbrauchbar, sodass sich die Maßnahme als nicht wirtschaftlich darstellte – ein möglicherweise lösbares Problem.

Der marginale Jahresheizenergiebedarf im Fall „PHI Zukunft opt“ erlaubt weitere deutliche Vereinfachungen beim Heizsystem, mit denen weitere Kosteneinsparungen einhergehen können, sodass ein solches Gebäude möglicherweise wirtschaftlicher ist, als das klassische Passivhaus. Diese Überlegungen sollten Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.

Abbildung 1:
Möglichkeiten zur weiteren Optimierung


Grafik: PHI


Siehe auch

Vorhergehende Abschnitte

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