Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


grundlagen:energiewirtschaft_und_oekologie:primaerenergie_-_der_massstab_fuer_den_umweltschutz

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen Revision Vorhergehende Überarbeitung
grundlagen:energiewirtschaft_und_oekologie:primaerenergie_-_der_massstab_fuer_den_umweltschutz [2014/07/11 11:49]
cweber
grundlagen:energiewirtschaft_und_oekologie:primaerenergie_-_der_massstab_fuer_den_umweltschutz [2019/02/14 13:03] (aktuell)
cblagojevic
Zeile 3: Zeile 3:
 Der Primärenergiebedarf bestimmt die Belastung der Umwelt. Genau genommen: Der Primärenergiebedarf bestimmt die Belastung der Umwelt. Genau genommen:
   * Der gesamte Primärenergiebedarf aus nicht erneuerbaren Energiequellen,​ der an das Gebäude geliefert wird((**Die Umweltwirkungen des Energieumsatzes sind vielfältiger Natur**: Ressourcenverbrauch,​ Belastung der Atmosphäre mit Schadstoffen (z.B. CO2 und Treibhauseffekt),​ Belastung des Wassers und des Bodens (z.B. mit radioaktiven Abfällen), Belastung der Landschaft u.v.a.m. Es ist derzeit nicht möglich, die verschiedenen Wirkungen gegeneinander abzuwägen und die Risiken quantitativ zueinander in eine Ordnungsbeziehung zu setzen. **Wohl ist unstrittig, dass es jeweils sehr ernste Risken gibt** (Klimawandel,​ Proliferationsproblematik bei Kernwaffen, Generationssicherheit bei der Lagerung von Abfällen). **Risiken dieses Ausmaßes gibt es bei erneuerbaren Energieträgern und bei der Energieeffizienz nicht** - jedenfalls so lange nicht, wie auf eine nachhaltige Nutzung geachtet wird (Kein Abholzen von Wäldern zur Brennstoffgewinnung). **Vor diesem Hintergrund ist der nicht erneuerbare Bedarf an Primärenergie die derzeit beste Bewertungsgröße für die summarische Belastung der Umwelt durch Energieanwendungen**. Hierfür (wie manchmal vorgeschlagen) **allein CO2  zu verwenden, spielt andere Gefahren** und die Bedeutung der Ressourcenlage herunter. Dieser Bewertungsansatz setzt sich im Übrigen auch bei anderen Autoren immer mehr durch. Für diese Bewertung spricht außerdem, dass nicht erneuerbare Energieträger sehr weitgehend und meist sogar rasch durcheinander substituierbar sind - sollten bestimmte Risiken sich manifestieren,​ muss mit einem umfassenden Substitutionseffekt gerechnet werden. Wir wissen heute nicht genau, welche Primärenergieträger (Öl, Gas, Kohle oder Uran) in 30 Jahren tatsächlich überwiegend verwendet werden - eine Bewertung über die insgesamt eingesetzte Primärenergie wird auch dieser zusätzlichen Unsicherheit am besten gerecht.)),   * Der gesamte Primärenergiebedarf aus nicht erneuerbaren Energiequellen,​ der an das Gebäude geliefert wird((**Die Umweltwirkungen des Energieumsatzes sind vielfältiger Natur**: Ressourcenverbrauch,​ Belastung der Atmosphäre mit Schadstoffen (z.B. CO2 und Treibhauseffekt),​ Belastung des Wassers und des Bodens (z.B. mit radioaktiven Abfällen), Belastung der Landschaft u.v.a.m. Es ist derzeit nicht möglich, die verschiedenen Wirkungen gegeneinander abzuwägen und die Risiken quantitativ zueinander in eine Ordnungsbeziehung zu setzen. **Wohl ist unstrittig, dass es jeweils sehr ernste Risken gibt** (Klimawandel,​ Proliferationsproblematik bei Kernwaffen, Generationssicherheit bei der Lagerung von Abfällen). **Risiken dieses Ausmaßes gibt es bei erneuerbaren Energieträgern und bei der Energieeffizienz nicht** - jedenfalls so lange nicht, wie auf eine nachhaltige Nutzung geachtet wird (Kein Abholzen von Wäldern zur Brennstoffgewinnung). **Vor diesem Hintergrund ist der nicht erneuerbare Bedarf an Primärenergie die derzeit beste Bewertungsgröße für die summarische Belastung der Umwelt durch Energieanwendungen**. Hierfür (wie manchmal vorgeschlagen) **allein CO2  zu verwenden, spielt andere Gefahren** und die Bedeutung der Ressourcenlage herunter. Dieser Bewertungsansatz setzt sich im Übrigen auch bei anderen Autoren immer mehr durch. Für diese Bewertung spricht außerdem, dass nicht erneuerbare Energieträger sehr weitgehend und meist sogar rasch durcheinander substituierbar sind - sollten bestimmte Risiken sich manifestieren,​ muss mit einem umfassenden Substitutionseffekt gerechnet werden. Wir wissen heute nicht genau, welche Primärenergieträger (Öl, Gas, Kohle oder Uran) in 30 Jahren tatsächlich überwiegend verwendet werden - eine Bewertung über die insgesamt eingesetzte Primärenergie wird auch dieser zusätzlichen Unsicherheit am besten gerecht.)),
 +
   * für alle Energiedienstleistungen im Gebäude,   * für alle Energiedienstleistungen im Gebäude,
 +
   * in einem Wohnhaus somit auch für den Haushaltsstrom (in der folgenden Grafik "​gelb"​ dargestellt). ​   * in einem Wohnhaus somit auch für den Haushaltsstrom (in der folgenden Grafik "​gelb"​ dargestellt). ​
 //Achtung: Die derzeitige Berechnungsweise der Energieeinsparverordnung (EnEV) berücksichtigt den Haushaltsstrom nicht//.\\ //Achtung: Die derzeitige Berechnungsweise der Energieeinsparverordnung (EnEV) berücksichtigt den Haushaltsstrom nicht//.\\
Zeile 18: Zeile 20:
 Erkennbar sind zwei bedeutende Schritte: Erkennbar sind zwei bedeutende Schritte:
   * Eine erste Stufe der Heizwärmeeinsparung vom typischen Altbau zur "​EnEV",​ der freilich in drei Einzelschrittchen zerlegt wurde (1984, 1995 und 2002).   * Eine erste Stufe der Heizwärmeeinsparung vom typischen Altbau zur "​EnEV",​ der freilich in drei Einzelschrittchen zerlegt wurde (1984, 1995 und 2002).
 +
   * Und die zweite Stufe der Heizwärmeeinsparung vom EnEV-Haus zum Passivhaus - besonders interessant,​ weil dabei nicht nur Energie eingespart wird, sondern das ganze System einfacher, krisensicherer und komfortabler wird. Freilich sollte in einem Passivhaus auch der Haushaltsstrom effizient genutzt werden.\\   * Und die zweite Stufe der Heizwärmeeinsparung vom EnEV-Haus zum Passivhaus - besonders interessant,​ weil dabei nicht nur Energie eingespart wird, sondern das ganze System einfacher, krisensicherer und komfortabler wird. Freilich sollte in einem Passivhaus auch der Haushaltsstrom effizient genutzt werden.\\
 \\ \\
Zeile 44: Zeile 47:
 Graue Energie wurde hier nicht dargestellt. Natürlich spielt auch der Energieaufwand für die Herstellung eines Gebäudes eine Rolle: Der **Herstellungs-Primär-Energie-Aufwand (HEA)**. Dieser Aufwand wurde in zwei Publikationen systematisch untersucht und ins Verhältnis zum Betriebsenergieaufwand gesetzt: [[Grundlagen:​Energiewirtschaft und Ökologie:​Primärenergie - der Maßstab für den Umweltschutz#​Literatur|[Feist 1997] ]], [[Grundlagen:​Energiewirtschaft und Ökologie:​Primärenergie - der Maßstab für den Umweltschutz#​Literatur|[Mossmann,​ Kohler 2005] ]]. Dies wird in der folgenden Internetseite aufgearbeitet:​ [[Grundlagen:​Energiewirtschaft und Ökologie:​Graue Energie und Passivhaus-Standard]]. Soviel vorab: Graue Energie wurde hier nicht dargestellt. Natürlich spielt auch der Energieaufwand für die Herstellung eines Gebäudes eine Rolle: Der **Herstellungs-Primär-Energie-Aufwand (HEA)**. Dieser Aufwand wurde in zwei Publikationen systematisch untersucht und ins Verhältnis zum Betriebsenergieaufwand gesetzt: [[Grundlagen:​Energiewirtschaft und Ökologie:​Primärenergie - der Maßstab für den Umweltschutz#​Literatur|[Feist 1997] ]], [[Grundlagen:​Energiewirtschaft und Ökologie:​Primärenergie - der Maßstab für den Umweltschutz#​Literatur|[Mossmann,​ Kohler 2005] ]]. Dies wird in der folgenden Internetseite aufgearbeitet:​ [[Grundlagen:​Energiewirtschaft und Ökologie:​Graue Energie und Passivhaus-Standard]]. Soviel vorab:
     * Die meiste Graue Energie steckt im Herstellungsprozess der Baumaterialien. Dauerhaftigkeit und Weiterverwendbarkeit sind daher die entscheidenden Größen, wenn es um Energieeffizienz von Bauleistungen geht.     * Die meiste Graue Energie steckt im Herstellungsprozess der Baumaterialien. Dauerhaftigkeit und Weiterverwendbarkeit sind daher die entscheidenden Größen, wenn es um Energieeffizienz von Bauleistungen geht.
 +
     * Der Herstellungsenergieaufwand eines (ansonsten baugleichen) Passivhauses ist nicht bedeutend höher als der eines sonst üblichen Neubaus; er kann sogar geringer sein. Die "​Primärenergieinvestition"​ amortisiert sich sehr schnell, in der Regel in weniger als einem Jahr. So schnell zahlen sich die finanziellen Mehrinvestitionen leider nicht zurück; aber auch diese lohnen ​ sich. Siehe [[Grundlagen:​Wirtschaftlichkeit]].\\     * Der Herstellungsenergieaufwand eines (ansonsten baugleichen) Passivhauses ist nicht bedeutend höher als der eines sonst üblichen Neubaus; er kann sogar geringer sein. Die "​Primärenergieinvestition"​ amortisiert sich sehr schnell, in der Regel in weniger als einem Jahr. So schnell zahlen sich die finanziellen Mehrinvestitionen leider nicht zurück; aber auch diese lohnen ​ sich. Siehe [[Grundlagen:​Wirtschaftlichkeit]].\\
 \\ \\
grundlagen/energiewirtschaft_und_oekologie/primaerenergie_-_der_massstab_fuer_den_umweltschutz.txt · Zuletzt geändert: 2019/02/14 13:03 von cblagojevic