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Angesichts steigender Investitionskosten für klassische Luft-Wasser-Wärmepumpen (oft 30.000 € bis 40.000 € im Jahr 2026) stellt sich die Frage nach wirtschaftlichen Alternativen. Dieser Bericht dokumentiert eine Lösung, die auf Massenprodukten basiert und zum geringen Heizwärmebedarf eines Passivhauses passt.
So wird ein System möglich, für das pro Wohneinheit weniger als 5.000 € (ohne Förderung) investiert werden müssen und Heizkosten auf dem Niveau eines wöchentlichen „Coffee-to-go“ pro Wohneinheit ermöglicht.
Das Wohnhaus wurde 2010–2013 in Seeheim-Jugenheim als Passivhaus errichtet. Es beherbergt zwei Wohneinheiten auf insgesamt 128 m² Energiebezugsfläche (EBF).
Ein entscheidender Aspekt für Wirtschaftlichkeitsberechnung und Anlagenplanung ist die Exaktheit der Energiebilanz in der Planungsphase.
Das Herzstück der Energieversorgung ist eine Kombination aus getrennten Wärmepumpen für Raumwärme und Warmwasser.
Jede Wohneinheit wird durch ein hocheffizientes Klima-Splitgerät (Daikin Perfera) versorgt.
Die Warmwasserbereitung erfolgt über eine Brauchwasser-Wärmepumpe (BW-WP) mit 90 Litern Speicherinhalt, eingebaut in einem Wandschrank.
Das in Zusammenarbeit mit dem Passivhaus Institut durchgeführte Monitoring liefert präzise Daten.
| Parameter | Messwert / Daten | Bemerkung |
|---|---|---|
| Spez. Heizstrombedarf | ca. 4,8 kWh/(m²a) | Inklusive aller Hilfsenergien |
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 3,56 | Real gemessen (Winter 25/26) |
| Energiekosten (Heizung, WW, HH-Strom) | ca. 5 €/(m²a) | Abhängig von den Nutzergewohnheiten (25/26) |
| Investition Technik (netto) | ca. 7.100 € | Split-Geräte inkl. Montage & Förderung |
Ein wichtiges Ergebnis des Monitorings ist die Diskrepanz zwischen Hersteller-App und wissenschaftlicher Messung.
Die Erfahrung aus 15 Jahren zeigt: Die Wärmewende ist im Passivhaus-Standard mit sehr niedrigen Energiekosten realisierbar. Die Kombination aus exzellenter Hülle und einfacher kostengünstiger, Technik bietet höchste Effizienz und Komfort bei gleichzeitig geringer Komplexität.
Autor: Prof. Dr.-Ing. Benjamin Krick